World's View über den Matopos Park

Zimbabwe

World’s view – Das Grab von Rhodes

5 Jul , 2023  

(Matopos 8; Anfahrt | Schlechtwetter | Parkeingang | Rhinos | Quer | Silozwane cave | Rhino cave) Nach dem Besuch der Höhlen fahren wir wieder ein Stück zurück. Der Abzweig zum World’s View und Rhodes Grab ist leicht erkennbar, weil hier die Kunsthandwerk-Verkäufer ihre erstaunlich zahlreichen Stände aufgebaut haben. Ob da wohl manchmal jemand aussteigt? Nach dem Abzweig sind es vielleicht noch zwei Kilometer Anfahrt auf einer sehr guten Teerstraße. Diese endet in einem großen Parkplatz mit Picknickstellen, Ablutions – und Kasse. Wir gehen zu den beiden Angestellten am Informationsstand, der sogar ein paar Info-Tafeln bereithält. Wir schwatzen etwas mit ihnen und müssen den Eintritt bezahlen.

World Heritage

Eigentlich ist ja der gesamte Park seit 2003 ein UNESCO World Heritage Site, aber weil hier wohl besonders viele Leute herkommen, muss zusätzlich zum Parkeintritt ein weiterer Obolus entrichtet werden. Mit dem Ticket darf man auch noch eine andere Höhle anschauen, die heißt Pomongwe. Die Wärter fragen uns explizit danach, die ist uns aber nicht so wichtig. Wir wollen noch in die Nswatugi Cave, aber die ist ihnen wiederum nicht so wichtig. Gehört halt nicht zum Paket. Sie vermerken trotzdem etwas auf den Eintrittskarten. Später lesen wir „Late entry“, das hätte uns also die Türen am nächsten Morgen geöffnet.

World Heritage hin oder her, die 10 Dollar teuren Karten sind nicht wirklich beeindruckend. Im Gegenteil, sie erinnern mich an die alten Abreißtickets aus der Kindheit: auch die waren oft auf einer Rolle billigen graubraunen Papiers gedruckt (damals kostete das Kino noch 50 Pfennig… – lang ist’s her).

Großartige Kulisse mit Granitfelsen
Großartige Kulisse mit Granitfelsen

Uns wird dringend vom „querfeldein“-Laufen abgeraten. Es gäbe zu viele Schlangen und besonders die Black Mambas seien sehr gefährlich (wir hatten ja gerade unsere eigene Mamba-Sichtung gemacht.) Das Toilettenhaus ist gut in Schuß, was auch eine große Radspinne sehr erfreut. Paul macht die Tür so auf, dass Sabine sie fast ins Gesicht bekommt. Huch! Das findet sie nicht so lustig. (Wir aber schon…)

Zum World’s View

Dann gehen wir vor zum World’s View. Der Hügel selbst heißt in der lokalen Kalanga-Sprache, einem Bantu Dialekt, Malindidzimu oder “Hill of the Ancestral Spirits”. Er ist wirklich beeindruckend mit den großen Granit-Felsbrocken auf der Höhe. Kein Wunder, dass Rhodes sich diesen Platz für sein Grab ausgesucht hat.

World's View Panorama, nach Südwesten mit Shangani Memorial
World’s View Panorama, nach Südwesten mit Shangani Memorial

Es liegen dort noch ein paar andere Personen des kolonialen Rhodesien. Für die 34 bei einer Schlacht mit den Ndebele niedergemetzelten Weißen der sogenannten Shangani Patrol , wurde sogar ein klobiges Monument mit patriotischen Reliefs errichtet.

Der Blick schweift über die zwischen den saftig-grünen Bäumen hervorlugenden wunderschönen Granit-Kopjes im weich-warmen Spätnachmittaglicht. Ausser Wind und den Krähen ist fast nichts zu hören. Im Park sollen die Ndebele ihren Geistern zuhören können, das kann man sehr gut nachvollziehen.

Panorama
Panorama

Exkurs: Cecil Rhodes

Cecil Rhodes ist eine sehr schillernde Figur, sein Erbe ist vielfältig und facht bis heute Kontroversen an. Er gründete die De Beers Minengesellschaft und gewann ein Vermögen durch Gold und Diamanten. Später gründete er die Britische Südafrika-Gesellschaft und gewann ganze Landstriche für das Britische Empire, darunter das sogennnte Rhodesien, die heutigen Länder Simbabwe und Sambia. Rhodes war Politiker in Kapstadt und wurde gar Premierminister der Kapkolonie. Seine Stiftung fördert bis heute Studenten in Oxford, in Südafrika steht mit der Rhodes University eine der ältesten Universitäten des Landes.

Im Zuge der De-Kolonialisierung stand auch Rhodes immer wieder im Mittelpunkt. Die Bewegung #RhodesMustFall begann 2015 mit dem Ziel, seine Statue vom Campus der Universität in Kapstadt zu entfernen. Sie fand weltweite Beachtung und inspirierte ähnliche Initiativen in Südafrika, aber auch Oxford (Hintergrund), Cambridge, Berkeley oder Harvard. Sein Grab in Matopos entfacht immer wieder Diskussionen über eine Exhumierung des Kolonialisten.

Tierchen

Allmählich sinkt die Sonne tiefer. Ein paar Pfützen im Granit sind tief und es wachsen darin kleine, an Kresse erinnernde Wasserpflanzen. Im Wasser schwimmen Taumelkäfer und Libellenlarven. Oben suchen wir Schatten bei den großen Bouldern, essen Kekse. Die vielen Agamen und Eidechsen kennen das schon und präsentieren – sie wollen gefüttert werden.

Natürlich haben wir auch etwas dabei. Zur Verzückung von Sabine und Paul kommt auch noch eine kleine Elefantenrüsselmaus, genauer eine Östliche Klippen-Elefantenspitzmaus, Elephantulus myurus (aus der Ordnung der Rüsselspringer, Macroscelidea) heraus und holt sich einige Bröckchen. Auf der anderen Seite lebt auch noch eine, bis die alle gefüttert und gefilmt sind, vergeht einige Zeit. Dann machen wir uns auf den Rückweg.

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