Abendstimmung

Namibia

Übernachtung am Huab

15 Nov , 2022  

(Damaraland – 6) Nachdem wir den Huab ganz simpel haben überqueren können, wollen wir auf der Nordseite weiterfahren. Das Tal ist etwas ganz Besonderes, weil es so rauh und abgeschieden ist. Der Huab führt hier oft Wasser und von den Überflutungen setzt sich der feine Staub in dicken Schichten ab. An manchen Stellen fährt man hier schnell durch dicke Staubrinnen, zieht entsprechend eine lange „Fahne“ hinter sich her. Darin kann man sich an manchen Stellen auch festfahren, wie wir auf früheren Reisen gelernt haben. Der Staub liegt allerdings nur da, wo Uferkanten oder Schilf ihn vor dem hier stetig wehenden Wind schützen. Das ist eine zweite Besonderheit des Tals – der starke Wind bläst an allen für ihn erreichbaren Stellen jeglichen leicht beweglichen Krumen davon. Das führt dazu, dass hier an vielen Stellen die Kiesel und größeren Steine freigeweht sind. Der Sand legt sich talaufwärts dann wieder und bildet große Sanddünen, zu denen wir auch noch wollten. Das freigewehte Gestein ist oft dunkel gefärbt, tiefbraune Töne gehen bis ins Schwarz hinein. Ein Geologe würde sicher schnell die Zusammensetzung der Felsen erklären können – leider hatten wir keinen dabei. Die dunklen Steine kontrastieren jedenfalls sehr gut mit dem hellen Sand, grünen Schilf und dem blauen Himmel.

Steinwüste mit Fluss
Steinwüste mit Fluss

Ein paar Kilometer flussaufwärts finden wir einen in der T4A Karte mit „wild camp“ bezeichneten Platz. Campsite ist zu viel gesagt, es scheint einfach eine Stelle zu sein, die auch andere schon zum Übernachten benutzt haben. Sie liegt ein (klein) wenig in Windschatten eines Hügels, der gleichzeitig die Uferbegrenzung eines Zuflusses zum Huab darstellt. Der Boden ist fester, fast steinharter Staub, über den schon seit längerem kein reißendes Wasser mehr geflossen zu sein scheint. Hier schlagen wir auch unser Nachtlager auf.

In diesem Fall bedeutet das, einige der vielen herumliegenden Steine zu einem Windschutz aufzuschichten und dahinter ein Feuerloch zu graben. Paul findet das toll, schleppt selbst auch ein paar Brocken heran und gräbt mit. Natürlich hilft er auch beim Holzsuchen. Später erinnert er sich an seine Zoo-Filme und legt verschiedene „Korallenbecken“ an, in die jeweils auch Äste vom „heiligen Brennholz“ als „Korallen“ gesteckt und befestigt werden. Sich in den harten Boden zu graben ist nicht leicht und wir haben eher Sorge, dass er beim Graben mal die eigenen Füße erwischt – aber es geht alles gut. Begleitet von einem selbst gesprochenen „Filmkommentar“ macht er das so ausdauernd und so gut, dass das mit einer großen Ast-Koralle bestückte „Becken“ die windige Nacht tatsächlich unbeschadet übersteht.

Die untergehende Sonne sorgt dann für ein wahres Farbenspektakel, die Bergzüge auf der östlichen Seite glühen im Abendlich. Aber mit der Sonne verschwindet auch die Wärme, es wird schnell frisch und auch das Feuer hilft dann nur noch bedingt. Also ziehen wir uns in den Camper zurück.

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